KALIBER 102.2

KALIBER 102.2

KALIBER 102.2

DAS PATENTREZEPT.

Das Uhrwerk

Das Uhrwerk

Das Kaliber 102.2 basiert im Wesentlichen auf dem Kaliber 102.1 und hat ebenfalls einen Durchmesser von 26 mm. Um gerade für kleinere Uhren einen komfortablen Aufzugsmechanismus zu schaffen, wurde bei „6“ Uhr eine drehbar im Gehäuse gelagerte Armbandbefestigung konstruiert, die die Drehbewegungen vom Armband über eine verzahnte Welle in das Uhrwerk leitet. Das Armband lässt sich ausgesprochen bequem fassen und drehen. Der Armbandaufzug ermöglicht so mit nur wenigen Drehbewegungen einen
Vollaufzug der Uhr.

Das Uhrwerk ist wieder als Pfeilerwerk konstruiert. Auf dem separat herausnehmbarem Aufzugsmodul sind alle Funktionen desArmbandaufzuges vereint. Da das Uhrwerk beim Aufziehen auf Verdrehung belastet wird, ist es im Gehäuse durch einen seitlichen Stift zusätzlich gesichert. Ankerrad und Anker sind unter separaten Kloben gelagert, wodurch das einzelne Herausnehmen der Hemmungsteile erleichtert wird. Der Ankerkloben wurde möglichst klein gehalten, um den kontrollierenden Blick auf die Hemmung nicht zu versperren.

DER ARMBANDAUFZUG MIT STELLKRONE

DER ARMBANDAUFZUG MIT STELLKRONE

Die Kraft zum Spannen der Zugfeder wird von einer bei „6“ Uhr im Gehäuse gelagerten Aufzugswelle eingeleitet. Damit sich das Armband komfortabel an das Handgelenk schmiegt, sind Aufzugswelle und Bandbefestigung um 22° nach unten geneigt. Ein spezielles Kegelradpaar schafft die Verbindung von geneigter Aufzugswelle und horizontal gelagertem Uhrwerk. Beim Aufziehen kann über das griffige Armband wesentlich mehr Kraft übertragen werden. Diese Energie wird über das Kegelrad an zwei Zahnradsätze weitergeleitet und so in Schnelligkeit übersetzt. Dabei ermöglicht ein Klinkenfreilauf die Drehung in beide Richtungen. Für den Vollaufzug der Uhr müssen so nur wenige Drehbewegungen am Armband ausgeführt werden. Das Uhrwerk wurde im Gehäuse um 30° gedreht, so dass die Krone zum Einstellen der Uhrzeit bei „4“ Uhr positioniert ist. Der Zeigerstellmechanismus wird wie bisher über das Ziehen der Stellkrone aktiviert.

DAS GESPERR

DAS GESPERR

Da sich die Aufzugswelle mit dem Armband auch beim Tragen der Uhr drehen könnte, erlaubt das Freilaufgesperr eine gewisse Bewegungsfreiheit, ohne dass seine Sperrklinke die Welle sofort fixiert. Freilauf- und Hauptgesperr sind so bemessen, dass jeweils erst nach 20° Bewegung ein Einrasten einer Klinke stattfinden kann.

Durch das nur achtzähnige Sperrrad wird gleichzeitig eine Überlastung des Gesperrs beim sehr schnellen Aufziehen vermieden. Im Kaliber 102.2 schützt eine Zugfeder mit einem Gleitzaum, wie sie bei Uhren mit automatischem Aufzug üblich sind, vor den Gefahren zu großer Krafteinwirkung. Der Gleitzaum liegt mit Federspannung an der Innenwand des Federhauses an und erzeugt ein Reibmoment, was in der Regel 10% über dem maximalen Drehmoment der Feder liegt. Bei Vollaufzug spürt man also keinen Ruck, sondern nur ein leicht schwereres Drehen.

DAS SCHWINGSYSTEM MIT SEKUNDENSTOPP

DAS SCHWINGSYSTEM MIT SEKUNDENSTOPP

Die für die TEFNUT Kaliber modifizierte Grossmann’sche Unruh ist deutlich kleiner als in den größeren ATUM- und BENU-Uhrwerken. Durch ihre Konstruktion weist sie ein hohes Trägheitsmoment bei möglichst geringer Masse auf und besitzt über die Masse- und Regulierschrauben ausreichende Möglichkeiten der Feinregulierung.

Der Sekundenstopp wird durch das Ziehen an der Stellkrone ausgelöst. Eine fest auf der Werkplatte montierte Feder drückt direkt an die Sicherheitsrolle und vermeidet so eine Verletzung der polierten Außenseite des Unruhreifes oder ein Verstellen der empfindlichen Regulierschrauben. Die Feder wird über einen koppelstangenartigen Schieber gesteuert, der für den Armbandaufzug direkt mit der Stoppfeder verbunden und somit von der Aufziehbewegung entkoppelt ist.

Die Goldchatons

Die Goldchatons

Die Lagersteine – weiße Saphire – sind in hervorstehenden Goldchatons eingefasst. Gemeinsam mit den aufgesetzten, einzeln von Hand angelassenen Stahlschrauben überragen sie die Platinenoberfläche. Damit orientiert man sich am Vorbild alter Grossmann-Taschenuhren und erreicht, dass die Lagersteine einzeln entnommen und gereinigt werden können, ohne die Platine bei der Montage zu beschädigen.

Die Handgravur

Die Handgravur

Alle Gravuren auf der 2/3-Platine, wie auch die Gravur auf dem Ankerradkloben und dem Unruhkloben werden von Hand gestochen.

Technische Daten

  • Uhrwerk Manufakturkaliber 102.2, Handaufzug, in fünf Lagen reguliert
  • Einzelteile 200
  • Steine 19 Steine, davon 3 in verschraubten Goldchatons
  • Hemmung Ankerhemmung
  • Schwingsystem stoßgesichert gelagerte Grossmann’sche Unruh mit 4 Masse- und 2 Regulierschrauben, Nivarox 1-Spirale
  • Unruh Durchmesser 10,0 mm, Unruhfrequenz 21.600 Halbschwingungen pro Stunde
  • Gangreserve 48 Stunden nach Vollaufzug
  • Funktionen Stunde und Minute, kleine Sekunde mit Sekundenstopp
  • Besonderheiten Schnellaufzug über drehbare Armbandbefestigung bei 6 Uhr / Aufzug überKegelradgetriebe und Aufzugsgetriebe mit Klinkenfreilauf / Gesperr mit Wolfsverzahnung / Zugfeder mit Schleppzaum / Kleine Sekunde bei 7 Uhr / Zeigerstellfunktion über Krone bei 4 Uhr / Unruhwelle mit integrierter Sicherheitsrolle, ohne Doppelrolle / Rückerregulierung mit Feinstellschraube / Platinenwerk mit 3/5-Platine, Gestellpfeilern und separatem Aufzugsmodul / Gestellteile aus naturbelassenem Neusilber / Hervorstehende Goldchatons mit aufgesetzten Schrauben / Sekundenstopp an der Sicherheitsrolle beim Ziehen der Krone
  • Werkmaße Durchmesser: 26,0 mm, Höhe: 4,2 mm