KALIBER 102.0

Neue Geradlinigkeit.

Neue Geradlinigkeit.

Ein kleines Kunstwerk voll uhrmacherischer Finessen. Die beeindruckenden Details des TEFNUT-Kalibers auf einen Blick:

Das Uhrwerk

Das Uhrwerk

Das Uhrwerk mit der Kaliberbezeichnung 102.0 ist von Grund auf neu konzipiert. Mit gerade einmal 26 mm Durchmesser und nur knapp 4 mm Höhe ist es deutlich kleiner und flacher als die bisherigen Werke von Moritz Grossmann. Der gerade Schnitt der Räderbrücke und das neu angeordnete Räderwerk lassen das Kaliber sehr aufgeräumt erscheinen und öffnen den Blick in das wohldurchdachte Innenleben der Uhr. Das große, beidseitig in Steinen gelagerte Federhaus schafft einen zusätzlichen Blickfang. Trotz der kleineren Abmessungen finden sich im als klassisches Pfeilerwerk aus Werkplatte und 3/5-Platine ausgeführten Kaliber alle Grossmann’schen Elemente, wie der gestufte Unruhkloben mit Grossmann’scher Regulierschraube, der separat herausnehmbare Aufzugsblock oder die masseoptimierte Grossmann’sche Unruh wieder. Für unverminderte Gangstabilität trotz ihres kleineren Durchmessers atmet die Unruh der neuen Kaliber-Generation mit 21.600 Halbschwingungen pro Stunde.

DIE HEMMUNG

DIE HEMMUNG

Bereits im 19. Jahrhundert erkannte Moritz Grossmann, dass kleine Triebe mit 6 Zähnen sehr ungünstige Übertragungsverhältnisse ergeben. Um dies zu umgehen, verwendete er ein 16-zähniges Ankerrad. Dieser Gedanke wurde bei der Konzeption der im Kaliber 102.0 verbauten Hemmung aufgegriffen. Auch wegen der etwas höheren Taktfrequenz der verkleinerten Unruh verfügt sie über ein mit 18 sehr schlanken, klassisch geformten Zähnen versehenes Ankerrad.

DIE REGULIERUNG

DIE REGULIERUNG

Die Grossmann’sche Unruh besitzt vier austauschbare Masseschrauben, mit deren Hilfe die erste grobe Abstimmung auf ihre Spiralfeder vorgenommen wird. Die beiden fein verstellbaren Regulierschrauben ermöglichen die Feinjustage der Frequenz. Der Unruhreif ist am Umfang mit 22 gleichmäßig verteilten Bohrungen versehen. Durch Senken und Nachreiben kann hier ohne weitere sichtbare Verletzung der veredelten Oberfläche Material entnommen werden, um die Unruh genau auszuwuchten.

Der Rücker erlaubt ein für die Unruh gefahrloses Korrigieren des täglichen Ganges und ist bereits nach dem Abnehmen des Gehäusebodens gut zugänglich.

DAS RÄDERWERK

DAS RÄDERWERK

Angefangen beim Federhaus, wo gemäß dem Glashütter Regleur Alfred Helwig auch die Regulierung eines Uhrwerks beginnt, wurden beim Räderwerk des Kalibers 102.0 neue Wege gegangen. Für einen reibungsfreieren Ablauf, eine Optimierung des Energiehaushaltes und eine erhöhte Ganggenauigkeit der Uhr ist das Federhaus der Uhr beidseitig in Steinen gelagert.

Das Federhaus greift normalerweise direkt am Minutenrad, dass sich in der Höhe zwischen Federhaus und Sperrrad befindet, in das Räderwerk ein. Um die Konstruktion flacher zu gestalten und den für das Räderwerk zur Verfügung stehenden Platz im runden Uhrwerk bestmöglich auszunutzen, wurde das Minutenrad beim TEFNUT-Kaliber an eine andere Stelle des Werks verlagert. Die im Federhaus erzeugte Kraft wird nun von einem einzelnen Trieb zu einem Zwischenrad und von dort weiter zum ausgelagerten Minutenrad übertragen.

Für die dauerhafte Brillanz der Räder sorgt eine Kupfer-Nickel-Zink-Legierung, kurz ARCAP genannt.

DIE GOLDCHATONS

DIE GOLDCHATONS

Die Lagersteine – weiße Saphire – sind in hervorstehenden Goldchatons eingefasst. Gemeinsam mit den aufgesetzten, einzeln von Hand angelassenen Stahlschrauben überragen sie die Platinenoberfläche. Damit orientiert man sich am Vorbild alter Grossmann-Taschenuhren und erreicht, dass die Lagersteine einzeln entnommen und gereinigt werden können, ohne die Platine bei der Montage zu beschädigen.

DIE HANDGRAVUR

DIE HANDGRAVUR

Alle Gravuren auf der 3/5-Platine, wie auch die Gravur auf dem Ankerradkloben, dem Sekundenrad- und dem Unruhkloben werden von Hand gestochen.

Technische Daten

  • Uhrwerk Manufakturkaliber 102.0, Handaufzug, in fünf Lagen reguliert
  • Einzelteile 196
  • Steine 26, davon 3 in verschraubten Goldchatons
  • Hemmung Ankerhemmung
  • Schwingsystem stoßgesichert gelagerte Grossmann’sche Unruh mit 4 Masse- und 2 Regulierschrauben, Nivarox 1-Spirale
  • Unruh Durchmesser: 10,0 mm, Frequenz: 21.600 Halbschwingungen pro Stunde
  • Gangreserve 48 Stunden nach Vollaufzug
  • Funktionen Stunde und Minute
  • Besonderheiten Stoßgesichert gelagerte Unruh mit Masse- und Regulierschrauben, Hebelstein im Reif integriert; Flachspirale; Unruhwelle mit integrierter Sicherheitsrolle; Rückerregulierung mit Grossmann‘scher Regulierschraube; Platinenwerk mit 3/5-Platine, Gestellpfeilern und separat herausnehmbarem Kupplungsaufzug; Gestellteile aus naturbelassenem Neusilber; Hervorstehende Goldchatons mit aufgesetzten Schrauben; Weiterentwickeltes Glashütter Gesperr mit Rücklauf; beidseitig in Steinen gelagertes Federhaus zur Optimierung des Energiehaushalts beim Ablauf der Uhr; ARCAP-Räderwerk; eigens entwickelte Hemmung mit 18-zähnigem Ankerrad
  • Bedienelemente Krone zum Aufziehen der Uhr und Einstellen der Uhrzeit
  • Werkmaße Durchmesser: 26,0 mm, Höhe: 3,45 mm