KALIBER 100.0


Formschöne Funktionalität.

Formschöne Funktionalität.

Schönheit liegt im Auge des Betrachters – und im Detail. Die Besonderheiten der BENU im Einzelnen:

Das Uhrwerk

Das Uhrwerk

Die Konstruktion des Uhrwerk-Kalibers 100.0, das die BENU mit einem transparenten Boden sichtbar macht, genügt nicht nur allen funktionellen Notwendigkeiten, sondern ist auch eine Augenweide für jeden Uhrenkenner. Die 2/3-Platine aus Neusilber – eine Besonderheit für Glashütter Taschenchronometer – ersetzt der besseren Stabilität wegen diverse Brücken. Typisch für die Grossmann’sche Platine sind die geraden Kanten und ein deutlich ausgeschnittener Bogen, der die markante Schraubenunruh in voller Größe und Schönheit zeigt.

Die Unruh und die Aufzugsräder sind im optischen Gleichgewicht zueinander angeordnet. Den Zwischenraum füllen drei verschraubte Goldchatons, deren Lagersteine als Saphire weiß glänzen. Die sichtbaren Schrauben sind einzeln von Hand angelassen.

Das bloße Auge nimmt die Werkmechanik als funktionelles Kunstwerk wahr. Polituren, Strich- und Sonnenschliffe sowie ein breiter Glashütter Streifenschliff veredeln die Teile, auch die Schriftgravur wird jedes Mal von Hand ausgeführt. Neusilber, Stahl, die Anlassfarbe der Schrauben, das massive Gold der Chatons und der vergoldete Unruhreif sind eine klassisch unaufdringliche Komposition natürlicher Materialfarben. Wer die Lupe zur Hand nimmt, freut sich nicht nur an fein bearbeiteten Oberflächen und gebrochenen, hochglänzenden Kanten, sondern kann auch den Blick über die verschiedenen Ebenen des Werkes schweifen lassen.

Die Hemmung

Die Hemmung

Für die Verbindung des Räderwerkes mit dem Schwingsystem der Uhr ist eine klassische Ankerhemmung verantwortlich. Dieses in fast allen mechanischen Uhren vorkommende Hemmsystem wurde in Anlehnung an Überlegungen des bekannten Glashütter Regleurs Hugo Müller (1863 bis 1943) modifiziert. Die Begrenzungsstifte wurden von der Ankergabel weg zum Ankerkörper hin verlegt, wodurch die Begrenzung am massiveren Teil erfolgt.

Das Schwingsystem

Das Schwingsystem

Die klassische Schraubenunruh arbeitet mit einer Nivarox-Spirale zusammen, deren Endkurve einst der Regleur und Chronometermacher Gustav Gerstenberger (1886 bis 1983) in Glashütte berechnete. Sie absolviert traditionelle 18.000 Halbschwingungen in der Stunde, das entspricht einer Frequenz von 2,5 Hertz. Die Spirale wird innen mit einem Viertelbogen aufgebogen und mit einem Stift an die klassische Rolle gesteckt. Auf den heute üblichen verstellbaren Klötzchenträger wird zu Gunsten einer stabilen Befestigung des Spiralklötzchens verzichtet.

Schwingsystem und Hemmung werden von zwei handgravierten Kloben getragen: Die Unruh mit Spirale vom großen gestuften Unruhkloben mit der Grossmann’schen Feinregulierschraube und das Ankerrad von dem kleineren gegenüber. Ein dritter, sonnengeschliffener Kloben hält den Anker. Er ist bewusst klein gehalten, um den Blick auf die Hemmung nicht zu verstellen.

Die Regulierung

Die Regulierung

Die BENU trägt ein Reguliersystem mit Rücker, das die Uhr ohne Störung des Gleichgewichtes im Schwingsystem sekundengenau nachregulieren lässt. Die Grossmann’sche Feinregulierschraube erlaubt ein spannungsfreies Feinstellen des Rückers in beide Richtungen. Zum exakten Einstellen der Uhrzeit wird mit dem Ziehen der Aufzugskrone der Sekundenzeiger angehalten. Diesen Sekundenstopp bewirkt eine fest montierte Feder, die mit einem Stift das Schwingsystem am Umfang der Doppelrolle arretiert.

Das Gesperr

Das Gesperr

Ein modifiziertes Glashütter Gesperr sichert die Spannung der Zugfeder. Nach der Aufzugsbewegung gestattet es dem Sperrrad, etwas zurückzugehen und die Zugfeder leicht zu entspannen. Die Grossmann’schen Uhrmacher realisieren diesen Rücklauf mit einem Langloch, in dem die Sperrklinke mit einem Stift gleitet.

Der dreifach gestufte Sonnenschliff

Der dreifach gestufte Sonnenschliff

Die Aufzugsräder tragen eine polierte Kantenbrechung in der Verzahnung, die den Teilen die höchste Brillanz verleiht. Das Sperrrad als größtes dieser Räder ist zusätzlich mit einem traditionellen dreistufigen Sonnenschliff dekoriert und fügt sich so harmonisch in das Gesamtbild der breiten Streifen und der Handgravur ein.

Die Goldchatons

Die Goldchatons

Die Lagersteine – weiße Saphire – sind in hervorstehenden Goldchatons eingefasst. Gemeinsam mit den aufgesetzten, einzeln von Hand angelassenen Stahlschrauben überragen sie die Platinenoberfläche. Damit orientiert man sich am Vorbild alter Grossmann-Taschenuhren und erreicht, dass die Lagersteine einzeln entnommen und gereinigt werden können, ohne die Platine bei der Montage zu beschädigen.

Die Handgravur

Die Handgravur

Alle Gravuren auf der 2/3-Platine, wie auch die Gravur auf dem Ankerradkloben und dem Unruhkloben werden von Hand gestochen.

Technische Daten

  • Uhrwerk Manufakturkaliber 100.0, Handaufzug, in fünf Lagen reguliert
  • Einzelteile 188
  • Steine 17 Steine, davon 3 in verschraubten Goldchatons
  • Hemmung Ankerhemmung
  • Schwingsystem stoßgesichert gelagerte Schraubenunruh mit Breguet-Endkurve, Form nach Gerstenberger
  • Unruhdurchmesser 14,2 mm, Unruhfrequenz 18.000 Halbschwingungen pro Stunde
  • Gangreserve 42 Stunden nach Vollaufzug
  • Funktionen Stunde und Minute, kleine Sekunde mit Sekundenstopp
  • Besonderheiten Platinenwerk mit 2/3-Platine und Gestellpfeilern aus naturbelassenem Neusilber, 2/3-Platine, Unruh- und Ankerradkloben handgraviert, breiter, waagerechter Glashütter Streifenschliff, 3-fach gestufter Sonnenschliff auf dem Sperrrad, hervorstehende Goldchatons mit aufgesetzten Schrauben, separat herausnehmbarer Kupplungsaufzug, modifiziertes Glashütter Gesperr mit Rücklauf, Regulierung mit Grossmann'scher Rückerschraube auf gestuftem Unruhkloben, Sekundenstopp bei Zeigerstellung
  • Bedienelemente Krone zum Aufziehen der Uhr und Einstellen
  • Werkmaße Durchmesser: 36,4 mm, Höhe: 5,0 mm